Ämter

Prinz (Camarilla)

Der herrschende Vampir eines Camarilla-Territoriums wird als Prinz bezeichnet. Manche Prinzen sind Tyrannen oder absolute Monarchen der Verdammten, während andere politisch schwache Marionetten und im Grunde nur Aushängeschilder mächtigerer Unterstützer sind, aber das Prinzenamt wird von allen Vampiren anerkannt, und alle zollen ihm (wenn auch manche nur widerwillig) Respekt, selbst die, die nicht der Camarilla angehören. Ein Prinz hat viele Pflichten und Privilegien, aber die wichtigsten sind die Deutung und Durchsetzung der Traditionen, besonders der Maskerade. Darüber hinaus verfügt ein Prinz über jede persönliche Macht, die er für sich beanspruchen und erhalten kann, etwa das Ausrufen von Elysien und Blutjagden, das Beilegen von Streitigkeiten zwischen Bewohnern seiner Domäne, das Recht, einen Blutzoll zu fordern und potentiell sogar das Recht, den Rat der Erstgeborenen zu benennen, zu ignorieren oder gar aufzulösen.

Theoretisch können Kainskinder jeden Alters Prinzen sein, aber in der Realität reicht das Recht der Prinzen zu herrschen, kurz auch als Praxis bezeichnet, nur soweit, wie es die Kainskinder der jeweiligen Domäne zulassen und mitmachen. Ein schwacher oder junger Prinz könnte ineffektiv oder gar eine Lachnummer sein, während allein das Aussprechen des Namens des bereits erwähnten Mithras oder von Prinz Lodin von Chicago manchmal ausreicht, um den Vampiren ihrer Städte einen Schauer über den Rücken zu jagen. Die Rolle des Prinzen ist komplex und vielgestaltig, und es wurde schon viel darüber geredet, doch letztlich ist ein Prinz der Herr einer Domäne.


Harpyie:


Harpyien sind die Meinungsmacher und Trendsetter, an denen sich andere Kainskinder in Fragen des Geschmacks, des Stils, der Philosophie und Politik orientieren. Das Wort einer Harpyie hat Einfluss auf die Haltung der gesamten Domäne und kann eine mächtige Stütze des Status quo oder eine Kraft der unablässigen Veränderung sein. Harpyien werden selten direkt eingesetzt (und wenn, dann vertrauen ihnen Kainskinder selten). Vielmehr wird man paradoxerweise zur Harpyie, indem man als solche agiert. Die Rolle der Harpyie ist oft mit der Politik der Domäne verflochten, und nur kühne oder törichte Prinzen vernachlässigen die Vampire, die in ihrer Domäne das Zünglein an der Waage der öffentlichen Meinung darstellen.


Hüter des Elysiums:


Das ist weitgehend ein Ehrentitel, auch wenn er viele praktische Verantwortungen mit sich bringt. Der Wahrer des Elysiums stellt sicher, dass die Bräuche des Elysiums beachtet werden und ist Hüter der Stätten, die der Prinz zum Elysium erklärt hat.


Geißel:


In dieser Zeit, die viele Ahnen für die des dünnen Blutes halten, ist die Geißel dafür verantwortlich, Vampire der vierzehnten und jüngerer Generationen zu vernichten. Diese Position ist vor allem in paranoiden Domänen besetzt, in denen die Ahnen glauben, der Kampf gegen die Symptome der Letzten Nächte könne Gehenna abwehren.


Sheriff:

Der Sheriff ist die rechte Hand des Prinzen, verantwortlich für die faktische Umsetzung der Dekrete desselben. Manche Sheriffs sind verantwortungsbewusste Waffenmeister, andere verdammte, brutale Arschlöcher, die ihre Autorität missbrauchen, um ihnen Unterstellte zu quälen. Ein Sheriff kann Spürhunde einsetzen, die ihm helfen (das kann auch der Prinz, wenn er die offenkundige Macht des Sheriffs beschneiden möchte).


Erstgeborene:


Der Titel des Erstgeborenen ist flexibel. In manchen Domänen ist ein Erstgeborener einfach das älteste und einflussreichste Kainskind des jeweiligen Clans. In anderen ist ein Erstgeborener Mitglied einer beratenden Körperschaft des Prinzen. In manchen Domänen setzen Prinzen den Rat der Erstgeborenen ein (sie können sogar mehrere Erstgeborene desselben Clans einsetzen, um diesen zu spalten), während in anderen Städten die Erstgeborenen aus den mächtigsten Mitgliedern des jeweiligen Clans hervorgehen oder sich aus dessen Politik ergeben. Dies ist vielleicht der Camarilla-Titel, der für ein neues Kainskind am schwersten zu verstehen ist.


Justicar:


Dies sind die vom Inneren Zirkel als Augen, Hände und, wenn nötig, Fäuste der Camarilla eingesetzten Richter. Die Justicare legen die Strafen für die fest, die die Traditionen im großen Stil verletzt haben. Ein Justicar dient dreizehn Jahre lang, und nur andere Justicare können seine Taten infrage stellen.


Archont:


Jeder Justicar erwählt sich eine Reihe von Lakaien, die sogenannten Archonten, die in seinem Namen agieren und auf seine Ziele hinarbeiten.

Archonten entstammen üblicherweise den höheren Rängen der Ancillae und gelegentlich der niedrigeren Ränge der Ahnen. Justicare beauftragen Archonten manchmal mit spezifischen Missionen, und politische Gerissenheit, Einblick und Fertigkeit sind ihnen wichtiger als Status und Einfluss. Die Amtszeit eines Archonten dauert üblicherweise so lange, wie ein Justicar ihn in seinen Diensten behält, aber nie länger als die des Justicars.


Alastor:


Wenn die Archonten und Justicare die Stafverfolgungsbehören der Camarilla sind, sind die Alastoren ihre Geheimpolizei. Unauffällig und unsichtbar bewegen sie sich durch die Reihen der Camarilla und erfüllen auf Befehl des Inneren Zirkels diverse Aufgaben. In aller Regel jedoch jagen die Alastoren die meistgesuchten Verbrecher der Camarilla – die Personen auf der sogenannten „Roten Liste“. Die Anonymität der Alastoren kann zwar problematisch sein, hat aber ihre Vorteile, vor allem eine mehr oder weniger allgemeingültige Immunität gegen Verfolgung durch örtliche Prinzen. Der Innere Zirkel: Diese Gruppe, das wahre Herz der Camarilla, trifft sich alle dreizehn Jahre, um die Vorhaben und die große Richtung der Vampirgesellschaft festzulegen – soweit irgendeine Gruppe überhaupt das Tun einer Rasse unsterblicher Raubtiere bestimmen kann. Jeder Clan hat einen Vertreter, üblicherweise sein ältestes Mitglied, da nur diese für den Clan abstimmen dürfen.