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Camarilla


Vor Jahrhunderten gründeten weise Vampir-Ahnen die Camarilla. Diese Organisation bot den Blutsverwandten in ganz Europa, Amerika und der Welt Sicherheit, während sie die Heiligen Traditionen ihrer Art bewahrt hat. So lautet zumindest die Geschichte von Seiten der Camarilla-Propaganda.


Trotz ihrer jüngsten Rückschläge, gibt die Camarilla dennoch die Lebensweise für viele Blutsverwandte weltweit vor.


Lange Zeit als unveränderlicher und unbesiegbarerer Elfenbeinturm angesehen, befindet sich die Camarilla nun in einem Zustand des Wandels, in dem viele ihrer ältesten Mitglieder und etabliertesten Prinzen verschwinden oder nur schwer zu erreichen sind. Eine mysteriöse Kraft, bekannt als der Lockruf, zieht sie fort und hinterlässt ihre Herrschaftsbereiche weit offen für Übergriffe der Anarchen.


Die Camarilla hat durch diese Instabilitäten einige ihrer berühmtesten Domänen verloren, wie beispielweise Berlin und London. In vielen Städten regiert die Camarilla nicht mehr als absolute Autorität, sondern teilt ihre Herrschaft in einer Art Aristokratie, die sich voller Unruhe mit den Anarchen vermischt.


In der Camarilla ist aber nicht alles düster und verhängnisvoll. Für einen jungen und ehrgeizigen Vampir eröffnet das Verschwinden so vieler Ahnen einen ungeahnten Raum für den eigenen Aufstieg, wie es ihn in der Geschichte der Sekte noch nie gegeben hat. Zum allerersten Mal kann ein Neugeborener eine Domäne übernehmen, wenn er das Spiel gut genug spielt. Darüber hinaus haben einige der Ältesten ihre Ländereien, ihr Vermögen und ihre Ressourcen quasi leerstehend zurückgelassen, denn diese werden nur noch von ein paar wenigen verwirrten Dienern ihres Blutes betreut. Ein scharfsinniger Neugeborener kann sich somit ein über Jahrtausende angesammeltes Vermögen aneignen und für seine eigenen Zwecke nutzen.


Im Augenblick hat sich die Camarilla in der Defensive zusammengekauert, doch sie verbliebt nie lange in diesem Zustand. Die Energie, die ihr durch die Jungen und Ehrgeizigen eingeflößt wird, erfüllt die Sekte mit neuem Leben. Über einen Großteil ihrer Geschichte hinweg reagierten die Ältesten der Camarilla auf Vorschläge von begabten oder gierigen Neugeborenen sehr vorhersehbar: „Die Zeit ist noch nicht reif, nimm dir noch ein oder zwei Jahrhunderte Zeit, um darüber nachzudenken und mache dir ein Bild davon, wie die Welt funktioniert, dann wird dir der Prinz vielleicht eine Audienz gewähren.“ Innovation war gleichbedeutend mit Misstrauen, nicht mit Aufstieg.


Darüber hinaus sind die Ältesten aus dem Elfenbeinturm zu einer Zeit aufgewachsen, in der Windmühlen und Teleskope noch zur höchsten Technologie gehörten, Könige ohne Widerworte herrschten und die Währung die Gestalt von geschuldeten Gefälligkeiten oder ausgetauschten Geschenken hatte. Moderne Veränderungen verwirrten und irritierten die Alten, weshalb sie versuchten, diese einfach auszusitzen. Es hat nicht funktioniert. Doch nun, da auch jüngere Blutsverwandte Entscheidungen treffen, gibt die Camarilla langsam ihre traditionelle Strategie der Untätigkeit und des Ausweichens auf, um echte Macht in der modernen Welt auszuüben. Es ist an der Zeit, dass junge Vampire ihre Spuren hinterlassen. Warum nicht sein, wie die Neugeborenen, die die Übernahme von Mexico City aus den Händen des Sabbat anführten? Die Ältesten und Justicare der Camarilla hielten ein solch mutiges Vorgehen für unmöglich. Was wäre noch alles möglich, wenn du die Nacht für dich Nutzen kannst?